Franny Armstrong

Regisseurin
Franny Crew 2

Biography:

Location:

London, England

Filme:

The Age of Stupid, McLibel, Drowned Out, Baked Alaska, Truth or Dairy

Zeit, die ich mit dem Film verbracht habe:

Ein Leben lang

Flugzeug, Jeep, Bus oder Fahrrad:

Zu Fuß

Ursprüngliche Verbindung zu Stupid:

Hatte die Idee, als ich betrunken war

Besondere Momente:

Als ich das Masterband übergeben habe

Angst vor:

Dem Klimawandel und Würmern

Bekenne mich schuldig, weil:

Ich Popsongs gekillt habe

Biography:

Frannys Karriere als Regisseurin begann auf dem Spielplatz ihrer Volksschule. Bereits im zarten Alter von sieben Jahren schrieb und inszenierte sie das Stück 'Wer hat Mr. Fisher umgebracht?', was auf der Fernsehshow 'Wer hat JR umgebracht?' basierte (Mr. Fisher war damals ihr Klassenlehrer, und er war auch der Erste, der nach der Premiere von Stupid dem Film stehend applaudierte). Aber aus dem Triumph wurde bei ihrer nächsten Produktion 'Shambles, the Wonder Cat' sehr schnell ein Desaster. Als ihr nämlich auffiel, dass die Hauptdarstellerinnen wesentlich mehr Aufmerksamkeit als die Regisseurin bekamen, entschied sie, dass nicht ihre beste Freundin Sharon sondern sie selbst die begehrte Rolle der Shambles bekommen sollte. Leider führte dies 1979 zum zweiten Streik an der North Ealing Primary School. Beim ersten Mal hatte es sich um einen traditionelleren Streik der Lehrer für bessere Bezahlung gehandelt. Doch diesmal gab es eine denkwürdige Protestveranstaltung, bei der 10 Mädchen aus der Klasse 5F im Kreis um Franny herum liefen und laut skandierten 'Sharon ist Shambles, Sharon ist Shambles'.

Erst im nächsten Schuljahr wurde Franny wieder verziehen. Sie hatte nämlich einen Brief von der BBC vom Schreibtisch ihres Vaters stibitzt und den Direktor der Schule genötigt, ihn in der Schulversammlung laut vorzulesen. Darin bestätigte die BBC, dass die neueste Show der Mädchen – eine aufwendige Produktion von Andrew Lloyd Webber´s 'Cats' – auf einer richtigen Bühne im Londoner West End aufgeführt werden sollte.

Mit elf Jahren wurden dann Frannys Träume, später einmal Bäuerin zu werden, während eines Urlaubs mit ihrer Familie auf einem Bauernhof in Wales brutal enttäuscht. Denn dort musste sie erleben, dass ihre Lieblingskuh Piggy – die einzige braune Kuh unter lauter schwarz-weißen Kühen – zum Schlachthof geführt wurde, nachdem sie gestürzt war und sich den Euter schwer verletzt hatte. Der Bauer erklärte Franny, dass es wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre, dem Tierarzt dreißig Pfund dafür zu bezahlen, die fünf Zentimeter lange Schnittwunde zu nähen. Als Rindfleisch würde Piggy ihm mehr einbringen. Franny und ihre Schwester Boo englisch wurden daraufhin sofort zu Vegetariern. Wenige Monate später musste Franny bei einem Streit mit ihrer walisischen Großmutter klein beigeben. Es ging darum, ob das weihnachtliche Geschenkpapier nach Gebrauch entweder zerrissen oder weggeworfen werden sollte, oder ob man es sorgfältig zusammen packen und aufheben sollte. Da sie nicht in der Lage war, irgendeinen Fehler in der Argumentation ihrer Großmutter zu finden, gab Franny sich schließlich geschlagen und wurde auf diese Weise zur überzeugten Umweltschützerin. Kurz danach war ihre Bekehrung dann komplett, denn sie hatte erneut bei einem Streit den Kürzeren gezogen. Dieses Mal ging es zwischen ihr und ihrer Mutter darum, ob sie in ihrem Haus einen Obdachlosen aufnehmen sollten. Das Ergebnis der Debatte war, dass Franny zu allem Übel jetzt auch noch ziemlich selbstgerecht bezüglich sozialer Fragen wurde.

Als nächstes ging es dann um ihr Schlagzeug. Franny verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit damit, mit Schlagstöcken herumzuspielen, bis sie schließlich den Mut aufbrachte, auf eine Anzeige im Melody Maker zu antworten. 'Vegetarischer Schlagzeuger gesucht. Muss vor allem engagiert sein, kein Profi.' Das führte dazu, dass sie schließlich mit der Indie Popband The Playthings in den letzten Löchern Londons auftrat. Manchmal spielten sie auch auf Schulpartys. Drei Jahre später trennten sie sich nach nur einem Album – 'Consumed'. Franny ging ihren Weg weiter und spielte schließlich Schlagzeug bei 'The Band of Holy Joy englisch', einer beliebten Gruppe des Musiklabels Rough Trade. Das gelang ihr mit Hilfe ihres Abschlusses in Zoologie und weil sie gegen Schiffe protestiert hatte, die auf Walfang ausgingen.

Holy Joy trennten sich live auf der Bühne bei einem Auftritt in The Garage, Islington, und zwar nach einem ziemlich unerfreulichen Zwischenfall, bei dem es um Sean Hughes, einen Turban, ein Kleid, den Keyboardspieler, den Sänger der Gruppe und viel Spucke ging. Daher machte Franny sich auf den Weg nach Tanzania, um dabei zu helfen, ein bedrohtes Korallenriff zu kartografieren (was übrigens später ziemlich bekannt wurde und wahrscheinlich auch heute noch existieren würde, wenn es der Klimawandel nicht zerstört hätte). Als sie in Afrika war, telefonierte Franny mit ihrem Vater englisch, der zu ihr sagte: 'Hast du eigentlich schon von der Gerichtsverhandlung gehört, bei der McDonald zwei Aktivisten verklagt hat? Das ist doch eigentlich genau dein Ding. Warum leihst du dir nicht einfach meine Kamera und machst einen Film daraus?'

Frannys erster Dokumentarfilm McLibel englisch (1997, 2005) erzählt die Insidergeschichte der berüchtigten Verleumdungsklage von McDonalds. Der Film wurde ohne einen Auftrag, ohne Geld und mit einer Crew aus lauter Freiwilligen gedreht – darunter war übrigens Ken Loach, der die nachkonstruierten Szenen im Gerichtssaal inszenierte. Später wurde er dadurch bekannt, dass er 1997, als er zum ersten Mal ausgestrahlt werden sollte, erst von Anwälten der BBC1 und später von Channel4 gestoppt wurde. Acht Jahre später – nachdem die 'McLibel Two' vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die britische Regierung gewonnen hatten – wurde er schließlich auf BBC2 ausgestrahlt. Die Zuschauerzahlen waren fantastisch (um 22.30 am Sonntag sahen den Film über eine Million Menschen), und die Kritiker überschlugen sich englisch. McLibel wurde dann in fünfzehn Ländern im Fernsehen gezeigt – einschließlich Australien, Kanada und
Amerika – und kam weltweit auf DVD heraus. Der Verleih von Cinema Libre brachte den Film im Sommer 2005 in Amerika ins Kino und verkaufte ihn dort auch als DVD. 2006 folgte Revelation ihrem Beispiel in Großbritannien. McLibel wurde für zahllose Preise nominiert (gewann sie aber leider nie), einschließlich des Grierson Documentary Awards und des British independent Film Awards. Er wurde vor kurzem für die prestigeträchtige Serie des British Films Institutes 'Zehn Dokumentarfilme, die die Welt verändert haben' ausgewählt

Als die McLibel Crew ihren Film drehte, die Website englisch gestaltete und über die Gerichtsverhandlungen berichtete, dachten sie nicht eine Sekunde daran, dass sie auf McDonalds irgendeinen Einfluss haben würden. Sie hatten einfach nur das Gefühl, dass es die Mühe wert war. Und allein das machte die daraus resultierenden Gesetzesänderungen, die Schließung einiger Filialen und den Bewusstseinswandel in breiten Teilen der Bevölkerung umso erfreulicher.

Frannys zweites Dokudrama, Drowned Out englisch (2002) handelte von einer indischen Familie, die lieber in ihrem Haus bleiben und ertrinken wollten, als dem Bau des Namada Damms zu weichen. Auch dieser Film wurde weltweit ans Fernsehen verkauft. Er war 2004 als

'Bester Dokumentarfilm' bei den British Independent Film Awards nominiert, kam in Amerika ins Kino und 2006 weltweit auf DVD in den Handel.

Frannys Besessenheit vom Klimawandel, der damals noch Treibhauseffekt genannt wurde, begann mit ihrer 'Name and Shame' Kampagne in der Oberstufe. Die Kampagne drehte damit, zu enthüllen, welche Lehrer mit dem Auto zur Schule kamen, anstatt mit dem Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zu gehen. Außerdem sollte eine Liste erstellt werden, welches der Autos einen Katalysator hatte (was war das eigentlich noch einmal?). Am nächsten Tag hatte sie die Sache schon wieder vergessen. Aber viele Jahre später traf sie eine ehemalige Lehrerin, die ihr gestand, dass ihr die Kampagne eine solche Angst eingejagt hatte, dass sie ihr Auto tatsächlich in die Werkstatt gebracht und dort einen Katalysator hatte einbauen lassen.

Sieben Jahre später erzeugte Franny auf der Universität einen ziemlichen Wirbel, als ihre Dissertation mit dem Thema 'Ist die menschliche Spezies auf Selbstmord aus?' (was ziemlich genau der Vorlage für The Age of Stupid entspricht), die Auswahlkomission entzweite. Einer der Professoren nannte es 'die originellste Arbeit einer Doktorandin, die ich je gelesen habe', aber ein anderer hielt dagegen: 'Miss Armstrong wird nicht zu den Studenten gehören, die die Universität von London mit einem Einser-Abschluss verlassen.' Damit endete Frannys akademische Karriere, zusammen mit ihrem Respekt gegenüber großen Institutionen.

Während der zehn Jahre, in denen sie sich mit McLibel beschäftigte, machte Franny noch zwei andere Filme über den Klimawandel – 'Baked Alaska englisch', der von der Ironie handelte, dass an einem Ort, der zehnmal schneller schmilzt als der Rest der Welt nach Öl gebohrt wurde – und 'Going Under' über die Erhebung des Meeresbodens im Pazifik. Leider wurde dieser Film nie fertig, denn Franny wurde während des Drehs in Tuvalu unter so spektakulären Umständen gefeuert, dass sie sich das Material nie mehr anschauen konnte. (Allerdings verkaufte sie es später an die BBC für einen Film über Tuvalu englisch, der ebenfalls von einem Regisseur gemacht wurde, der während des Drehs auf der Insel entlassen wurde. Wahrscheinlich ganz gut, dass sie verschwindet, meinen Sie nicht auch?). Der einzige Lichtblick bei dieser traurigen Erfahrung war, dass Mark Lynas englisch – der über Nacht vom Kollegen im Kampf gegen den Klimawandel zu einer Säule der Unterstützung befördert wurde, als er und Franny 'mindestens eine Woche lang' ganz allein eine kleine Hütte auf einer 1 km langen Insel ohne Telefon, Internet oder Flugverbindung bewohnten – sich am Ende als ganz annehmbarer Typ herausstellte. Mark wurde dann auch Co-Autor bei The Age of Stupid.

Ohne einen einzigen Pfennig von der britischen Filmindustrie, wurden Frannys Filme insgesamt von über 53 Millionen Menschen gesehen. Seit Dezember 2004 arbeitet sie rund um die Uhr für The Age of Stupid.

"Das war keine wirklich schwierige Entscheidung."
Interview mit Franny
, warum und wie sie The Age of Stupid gemacht hat.

Unfertige Skizzen in meinem Tagebuch.
Franny über die Abenteuer, die sie bis jetzt im Zusammenhang mit dem Film erlebt hat englisch

VIDEOS

20 + peinliche Momente vom The Making of The Age of Stupid englisch

Die letzten Stunden des Schnitts

 

 


Bilder
– klicken Sie auf die Einzelbilder unten, wenn Sie eine größere Ansicht haben wollen.


Franny berichtet auf dem EPK über Stupid:


Stuff done:

  • McLibel, 2005, 75 Minuten. Verlängerte und aktualisierte Version von McLibel, die in den USA, im UK und in Österreich ins Kino gekommen ist. 2005 wurde der Film auf BBC4 und BBC2 ausgestrahlt und weltweit an über 30 Fernsehsender verkauft.
  • The Damned, 2003, 45 Minuten. Die kürzere, aktualisierte Version von Drowned Out. Produziert für PBS und weltweit verkauft.
  • Drowned Out, 2002, 75 Minuten. Eine indische Familie ertrinkt lieber, als dem Namada Damm zu weichen. Kam außerdem in den USA ins Kino und weltweit auf DVD heraus. Wurde im Februar 2007 auf Al Jazeera ausgestrahlt.
  • Baked Alaska, 2001, 26 Minuten. Amerikas kältester Bundesstaat erwärmt sich zehnmal schneller als der Rest der Welt. Warum will Bush dann nach noch 'mehr' Öl bohren?
  • A Racist Force, 2000, 15 Minuten. Ein Jahr nachdem die britische Polizei als 'institutionalisierte Rassisten' bezeichnet wurde, fragen wir: Hat sich inzwischen irgend etwas verändert?
  • McLibel, 1997, 52 Minuten. Die Insiderstory des Briefträgers und des Gärtners, die McDonalds in einem von Englands längsten Prozessen verklagt haben. Verkauft an 12 TV-Sender. Kam in Australien ins Kino. Hatte bisher insgesamt 26 Millionen Zuschauer, Tend

Quotes:

  • Channel 4: 'Mit nichts zufrieden zu stellen, inspirierend, Ihre Heldin.'